Orton Segerkegel selbststehend, 25 Stück
Orton-Segerkegel gehören zu den zuverlässigsten Hilfsmitteln, um den Verlauf eines keramischen Brandes zu kontrollieren. Anders als ein Thermoelement, das nur die momentane Temperatur erfasst, messen die Kegel die sogenannte Heat-Work, also das Zusammenspiel aus Temperatur und Einwirkzeit. Genau dieser Wert entscheidet darüber, ob Scherben und Glasur tatsächlich ausreifen. Ein Kegel zeigt damit, ob der Ofen die nötige Wärmemenge geliefert hat, und macht selbst kleine Abweichungen sichtbar, bevor sie das Brennergebnis beeinträchtigen. Damit sind die Kegel die ideale Ergänzung zur elektronischen Steuerung, etwa zum Abgleichen der Anzeige oder zur Kontrolle von Öfen ohne eigene Temperaturanzeige.
Lieferumfang: Jede Packung enthält 25 selbststehende Kegel der gewählten Nummer.
Selbststehend: kein Eingipsen, exakte Ablesung
Die selbststehende Bauform (auf Englisch: Self-Supporting Cones) bringt den korrekten Aufstellwinkel bereits mit. Während klassische Normalkegel in eine Halterung eingegipst oder in einer Platte montiert werden müssen, wird der selbststehende Kegel einfach auf eine ebene Fläche im Ofen gestellt. Sein breiter Fuß dient zugleich als fester Bezugspunkt für eine besonders genaue Fallpunktmessung.
So wird der Kegel abgelesen
Während des Brandes erweicht der Kegel und die Spitze senkt sich langsam ab. Maßgeblich ist die Endstellung nach dem Erkalten: Zeigt die Spitze leicht nach unten und steht etwa auf Höhe des Fußes, wurde die Falltemperatur genau erreicht. Berührt die Spitze den Boden, wurde überfeuert. Steht der Kegel dagegen noch nahezu aufrecht, blieb der Brand unter der Zieltemperatur. Jeder Kegel trägt seine Nummer eingestanzt und lässt sich so nach dem Brand eindeutig zuordnen.
Die richtige Kegelnummer wählen
Jede Kegelnummer steht für eine bestimmte Falltemperatur. Die im Auswahlmenü angegebenen Werte gelten für eine Aufheizrate von etwa 60 °C/h in den letzten 100 °C des Brandes. Wird schneller aufgeheizt, fällt der Kegel einige Grad später, bei langsamerer Aufheizung entsprechend früher, denn gemessen wird Heat-Work und nicht reine Temperatur. Wird die Endtemperatur über eine Haltezeit gehalten, reift der Kegel ebenfalls weiter: Als Faustregel genügt bereits eine Haltezeit von ein bis zwei Stunden, um den nächsthöheren Kegel zum Fallen zu bringen. Plane diesen Effekt bei langen Haltezeiten also mit ein.
Ein Wort zur Nummerierung: Kegel mit führender Null (etwa 06) brennen niedriger als Kegel ohne Null (etwa 6). Innerhalb der 0er-Reihe gilt, je höher die Zahl, desto niedriger die Temperatur; in der normalen Reihe ist es umgekehrt. Im Auswahlmenü sind alle Kegel nach aufsteigender Temperatur sortiert, sodass die passende Nummer schnell zu finden ist.
Ausführliche Informationen zu pyrometrischen Kegeln und die Orton-Standard Kegeltabelle gibt es hier: Kegeltabelle Fachartikel
Praxistipp: Die Drei-Kegel-Methode
Für eine aussagekräftige Kontrolle empfiehlt es sich, drei Kegel nebeneinander zu setzen: einen unterhalb der Zieltemperatur als Vorwarnkegel, den Zielkegel selbst und einen darüber als Sicherheitskegel. So ist auf einen Blick erkennbar, ob der Brand im richtigen Fenster lag. Setzt man solche Kegelpäckchen an mehreren Stellen im Ofen, werden zusätzlich Temperaturunterschiede zwischen oberer, mittlerer und unterer Etage sichtbar.
Typische Einsatzbereiche
Für den Schrühbrand werden meist Kegel im Bereich 012 bis 06 verwendet, für den Glasur- und Steinzeugbrand Kegel 5 bis 8. Für Reduktionsbrände im Gasofen empfehlen sich eisenfreie Kegel, die wir auf Anfrage anbieten, da das enthaltene Eisenoxid der Normalkegel unter Reduktion das Messergebnis verfälschen kann.
Bei Fragen stehen wir jederzeit zur Verfügung. Man erreicht uns über das untenstehende Kontaktformular und erhält in der Regel noch am selben Tag eine Antwort.