Prozesstemperaturkontrollringe PTCR (Ferro), 15 Stück
Prozesstemperaturkontrollringe, kurz PTCR (Process Temperature Control Rings), sind ein zuverlässiges Hilfsmittel, um den tatsächlichen Wärmeeintrag an einer beliebigen Stelle im Brennofen zu bestimmen. Anders als ein Thermoelement, das nur die momentane Temperatur an seiner Spitze erfasst, zeichnet der Ring die sogenannte Heat-Work auf, also das Zusammenspiel aus Temperatur und Einwirkzeit. Genau dieser Wert entscheidet darüber, ob Scherben und Glasur ausreifen. Der Ring nimmt dabei jede Form der Wärme auf, die ihn erreicht: Wärmeleitung, Wärmestrahlung und Konvektion. Damit eignet er sich hervorragend zur Fehlersuche und zur Qualitätssicherung, etwa um Temperaturunterschiede innerhalb der Brennkammer aufzuspüren oder die elektronische Steuerung gegenzuprüfen.
Lieferumfang: Jede Packung enthält 15 Ringe des gewählten Typs (Abmessung je Ring etwa ø20 x 7 mm, ca. 43 g pro Packung).
Funktionsprinzip: Messen über die Schwindung
Während des Brandes schrumpft der Ring proportional zum aufgenommenen Wärmeeintrag, zusätzlich verändert sich seine Farbe. Wie stark er schwindet, hängt vom Verlauf der Ofentemperatur, von den Wärmeleitungsbedingungen und von der Verweildauer im Ofen ab. Je mehr Wärmemenge der Ring also über die gesamte Brenndauer aufnimmt, desto kleiner wird sein Außendurchmesser. Aus diesem Enddurchmesser lässt sich nach dem Brand die nominelle Temperatur für den gesamten Wärmeprozess ableiten.
So wird der Ring gemessen
Nach dem Erkalten wird der Außendurchmesser des Rings mit einer digitalen Schieblehre bestimmt. Wichtig ist eine Messgenauigkeit von mindestens 0,01 mm, da bereits kleine Unterschiede im Durchmesser deutliche Temperaturunterschiede bedeuten. Der gemessene Wert wird anschließend in der mitgelieferten Umrechnungstabelle nachgeschlagen, die jedem Durchmesser eine nominelle Temperatur zuordnet. So ergibt sich auch ohne eigene Ofenanzeige eine nachvollziehbare Kontrolle des Brandes.
Platzierung im Ofen
Der Ring wird einfach an der zu prüfenden Stelle in die Brennkammer gelegt und kann direkt auf der Brennplatte stehen. Lege ihn jedoch auf eine kleine Menge Trennmittel, damit er im Brand nicht anhaftet. Da der Ring frei platzierbar ist, lassen sich gezielt einzelne Etagen, Randzonen oder der Ofenkern überprüfen.
Den richtigen Ringtyp wählen
Jeder Ringtyp deckt einen eigenen Temperaturbereich ab. Wähle den Typ so, dass die maximale Temperatur deines Brennprozesses ungefähr in der Mitte des angegebenen Bereichs liegt, denn dort arbeitet der Ring am genauesten. Im Auswahlmenü stehen vier Typen zur Verfügung:
| Typ |
Messbereich |
Typischer Einsatz |
| UTH |
660 bis 900 °C |
niedrige Brände, Dekor |
| ETH |
850 bis 1100 °C |
Schrühbrand, Glasurbrand Irdenware |
| LTH |
970 bis 1250 °C |
Glasur- und Steinzeugbrand |
| STH |
1130 bis 1400 °C |
hoher Steinzeug- und Porzellanbrand |
Die Typen überschneiden sich bewusst, sodass für gängige Brennkurven meist mehrere Ringe in Frage kommen. Liegt deine Zieltemperatur im Übergangsbereich zweier Typen, wähle den, in dessen Mitte sie näher liegt.
Aufheizgeschwindigkeit und Haltezeit
Die in den Tabellen hinterlegten Werte gelten für eine Aufheizgeschwindigkeit von etwa 120 °C/h im oberen Temperaturbereich. Da der Ring Heat-Work und nicht reine Temperatur misst, wirkt sich eine abweichende Aufheizrate auf das Ergebnis aus: Wird langsamer aufgeheizt oder die Endtemperatur über eine Haltezeit gehalten, nimmt der Ring mehr Wärmemenge auf und schrumpft stärker. Berücksichtige längere Haltezeiten daher bei der Auswertung.
Oxidation und Reduktion
Im Oxidationsbrand unter normaler Luftatmosphäre sind die Ringe sofort einsatzbereit. Für Reduktionsbrände sowie für Brände unter Vakuum müssen die Ringe vorher unter Luft vorgebrannt werden, sonst verfälscht die veränderte Atmosphäre das Messergebnis. Bewährte Vorbrennkurve: in etwa 275 Minuten auf 550 °C aufheizen und 60 Minuten halten.
Praxistipp: Das Temperaturfeld kartieren
Setze nicht nur einen, sondern mehrere Ringe an verschiedenen Stellen im Ofen ein, etwa in oberer, mittlerer und unterer Etage sowie nahe der Tür und im hinteren Bereich. Nach dem Brand zeigen die unterschiedlichen Durchmesser auf einen Blick, wo der Ofen heißer oder kälter brennt. So lassen sich Temperaturunterschiede sichtbar machen und gezielt ausgleichen, lange bevor sie das Brennergebnis beeinträchtigen.
PTCR oder Segerkegel?
Beide Hilfsmittel messen Heat-Work, sind aber für unterschiedliche Zwecke gedacht. Der PTCR-Ring liefert über die exakte Schwindungsmessung einen nummerischen Temperaturwert und eignet sich daher besonders für die genaue Fehlersuche und das Kartieren des Temperaturfelds an mehreren Stellen im Ofen. Segerkegel zeigen das Erreichen einer Zieltemperatur dagegen direkt im Ofen sichtbar an und sind die schnelle, ablesefreundliche Wahl für die laufende Brandkontrolle. In vielen Werkstätten ergänzen sich beide. Segerkegel gibt es hier: Orton Segerkegel
Sicherheitshinweis
Kennzeichnung nach GHS: GHS08 (Gesundheitsgefahr). Bitte die üblichen Vorsichtsmaßnahmen beim Umgang mit keramischen Werkstoffen beachten, insbesondere Staub vermeiden. Das Sicherheitsdatenblatt stellen wir auf Anfrage zur Verfügung.
Bei Fragen zur Typenauswahl oder zur Auswertung stehen wir jederzeit zur Verfügung. Man erreicht uns über das untenstehende Kontaktformular und erhält in der Regel noch am selben Tag eine Antwort.