4 s Keramik

Was sind die 4 S in der Keramik?

Vielleicht hast du schon von den „4 S“ in der Keramik gehört und fragst dich, was es damit auf sich hat. Diese 4 S stehen für vier Schritte – Score, Slip, Stick, Smooth (auf Deutsch etwa: Anrauen, Schlickern, Andrücken, Glätten) – die beim Töpfern vor allem dann wichtig sind, wenn man zwei Tonstücke miteinander verbinden will.

4 s keramik töpfern

Gerade Anfänger bei unseen Töpferkursen bei Formwerk Berlin erleben oft die frustrierende Situation: Man formt voller Begeisterung einen Henkel an die Tasse oder setzt ein Bodenteil an – und später hält es nicht und fällt beim Trocknen wieder ab. In vielen Fällen liegt das schlicht daran, dass die Verbindung nicht richtig vorbereitet wurde, zum Beispiel weil kein oder zu wenig Tonschlicker benutzt wurde. 

Damit dir das nicht passiert, zeigen wir dir hier als Experten vom Töpferbedarf Formwerk Berlin die 4 S Methode – gewissermaßen die wichtigsten Regel fürs Teile-Verbinden in der Keramik.


Die vier S in der Keramik

Vorab ein Tipp: Achte darauf, dass beide Tonstücke (die du verbinden möchtest) den richtigen Feuchtigkeitsgrad haben (noch etwas feucht, aber nicht mehr weich) und ungefähr gleich feucht sind, bevor du sie verbindest. Sind die Teile zu trocken, hält nichts mehr; sind sie zu nass, rutscht alles herum. Jetzt aber der Reihe nach:

  1. Score (Oberfläche anrauen): Ritze beide Verbindungsstellen gut an – ruhig 1–2 mm tief mit einer Töpfernadel oder einem Messer. Durch dieses Aufrauen entstehen Rillen, in denen sich der Schlicker festsetzen kann. Das Anrauen ist wichtig, weil sich trockener Ton von allein nicht miteinander verbindet. Die rauen Rillen bieten Grip, damit im nächsten Schritt der „Ton-Kleber“ richtig greift.

  2. Slip (Tonschlicker auftragen): Tonschlicker – meist einfach Schlicker genannt – ist flüssiger Ton, also ein cremiger Mix aus Ton und Wasser, der wie ein Klebstoff wirkt. Trage großzügig Schlicker auf eine der angeritzten Flächen auf. Die feuchte Tonmasse aktiviert die Tonoberfläche und macht sie schön klebrig. Sie dringt in die zuvor gekratzten Rillen ein und stellt die Verbindung zwischen den beiden Tonstücken her. Ohne Schlicker würden zwei trockene Tonflächen kaum zuverlässig haften, aber mit Schlicker entsteht eine stabile Verbindung, die das Trocknen und Brennen übersteht.

  3. Stick (Fest zusammendrücken): Jetzt füge die beiden Teile vorsichtig zusammen. Drücke sie gleichmäßig und mit etwas Nachdruck aneinander, sodass der Schlicker aus den Ritzen herausquillt – keine Angst, das ist gut so. Wichtig ist, nicht hastig zu sein, sondern die Teile langsam und ohne Hektik zu verbinden. Durch den Druck verzahnen sich die Tonpartikel beider Stücke miteinander. Gleichzeitig drückst du mögliche Luftblasen in der Naht heraus, denn eingeschlossene Luft könnte später Probleme machen. Bei Formwerk Berlin sehen wir oft, wie Anfänger anfangs zaghaft sind – aber trau dich ruhig, kräftig genug zu drücken (solange der Ton lederhart ist), damit die Teile wirklich eine Einheit werden.

  4. Smooth (Naht glätten): Im letzten Schritt glättest du die Nahtstelle. Der überschüssige Schlicker, der beim Andrücken herausgedrückt wurde, wird nun mit dem Finger oder einem feuchten Schwämmchen abgewischt und verstrichen, bis die Verbindung schön sauber aussieht. Dadurch verschwinden sichtbare Übergänge, und es entsteht praktisch ein einziges durchgehendes Tonstück. Dieses Glätten ist nicht nur für die Optik da – es sorgt auch dafür, dass keine dünnen Tonwülste oder Risse stehen bleiben, die im Trocknungs- oder Brandprozess reißen könnten. Am Ende hast du eine stabile Verbindung, die so fest ist, als wären die Teile schon immer eins gewesen.

Warum das Ganze? Die 4 S Methode – Score, Slip, Stick, Smooth (auf Deutsch etwa: Anrauen, Schlickern, Andrücken, Glätten) – ist in der Keramik ein grundlegendes Prinzip, um separate Tonstücke sicher zu verbinden.

In unserer Formwerk Berlin Community bringen wir jedem Neuling diese Schritte bei, weil sie unzählige Anfängerprobleme verhindern. Hältst du dich daran, werden Henkel, Dekorteile oder angesetzte Formen an deinen Keramikprojekten viel stabiler halten und du ersparst dir Frust. Übung macht den Meister: Anfangs wirkt es vielleicht nach „viel Arbeit für eine kleine Verbindung“, aber glaub uns, es lohnt sich.

Also immer schön ritzen, schlickern, drücken und glätten – dann steht dein Werk sicher zusammen, und du kannst stolz darauf sein, Teil unserer Töpfer-Community zu sein!

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