Du töpferst seit einer Weile, hast Gefallen am Brennen gefunden – und jetzt fragst du dich, welcher Ofen eigentlich der richtige für dich wäre. Vielleicht nutzt du bisher den Gemeinschaftsofen in deinem Töpferkurs, vielleicht hast du einen älteren Ofen geerbt oder möchtest endlich unabhängiger werden. Was auch immer dich hierher gebracht hat: Die Wahl eines Brennofens ist eine Entscheidung, die du lange mit dir tragen wirst. Deshalb lohnt es sich, sie mit Bedacht zu treffen.
Im deutschen Markt dominieren 2026 zwei Hersteller das Angebot: Kittec und Pyrotec Brennofenbau. Beide stehen für solide Qualität, beide bieten breite Modellpaletten, und beide haben Geräte, die sich für Einsteiger genauso eignen wie für erfahrene Keramiker. Wir bei Formwerk Berlin arbeiten mit beiden Herstellern zusammen und stellen dir hier unsere fünf aktuellen Empfehlungen für 2026 vor – mit allem, was du für eine informierte Entscheidung brauchst.
Wenn du auf der Suche nach einem zuverlässigen und hochwertigen Brennofen bist, empfehlen wir dir, einen Blick auf unsere Seite - Formwerk Berlin - zu werfen.
Checkliste für den Kauf eines Brennofens
Bevor es zu den konkreten Modellen geht, gibt es ein paar Fragen, die du für dich klären solltest. Sie helfen dir, die Auswahl von Anfang an auf das Wesentliche einzugrenzen.
A) Welchen Stromanschluss hast du? Das ist oft die erste und wichtigste technische Hürde. Kleine Öfen bis maximal 80 Liter laufen oftmals an einer normalen 230V-Schuko-Steckdose – ideal, wenn du zu Hause ohne Starkstrom arbeitest (als Beispiel sei die Kittec CB Classic-Line genannt). Sobald du mehr Volumen oder höhere Temperaturen anstrebst, brauchst du einen 400V-Starkstromanschluss (CEE 16A oder CEE 32A je nach Modell). Kläre das am besten vorab mit einem Elektriker, bevor du dich auf ein Modell festlegst.
B) Wie groß sollen deine Stücke werden? Das Volumen eines Ofens sagt dir, wie viel du auf einmal brennen kannst, aber entscheidend ist auch die innere Höhe und Breite. Ab 12 Liter geht es typischerweise los. Ein 95-Liter-Toplader passt für die meisten Hobby-Projekte gut: Er bietet genug Platz für Vasen, Schalen und kleinere Skulpturen, lässt sich gut befüllen und heizt gleichmäßig durch. Wer regelmäßig größere Mengen oder sperrige Werkstücke brennt, denkt besser gleich in Richtung 150 Liter und mehr.
C) Welche Tonarten möchtest du verarbeiten? Für Steingut und klassischen Niedrigbrand reichen 1.100 °C – das schaffen viele Öfen problemlos. Wer Steinzeug oder Porzellan brennen will, sollte unbedingt auf ein Modell mit Reserven bis 1.320 °C setzen. Der Grund: Heizspiralen, die dauerhaft an ihrer Leistungsgrenze arbeiten, verschleißen schnell. Ein Ofen mit etwas Spielraum nach oben brennt langlebiger und zuverlässiger.
D) Wie wichtig ist dir die Steuerung? Moderne Regler wie der weit verbreitete Bentrup TC66 erlauben es dir, eigene Brennkurven mit individuellen Aufheizrampen, Haltezeiten und kontrollierten Abkühlphasen zu programmieren und zu speichern. Das ist gerade für Anfänger enorm hilfreich: Du kannst mit bewährten Standardprogrammen starten und deine Kurven mit der Zeit verfeinern. Wer seine Brände dokumentieren möchte, schaut sich Modelle mit WiFi-Anbindung oder USB-Schnittstelle an. Eine größere Auswahl gibt es hier: Regler für Pyrotec Brennöfen oder Bentrup Regler für Kittec Brennöfen
E) Und schließlich: Wo stellst du den Ofen auf? Brennöfen brauchen ausreichend Abstand zu brennbaren Materialien – Hersteller empfehlen in der Regel mindestens 50 cm zu den Seiten und 100 cm zur Decke. Der Untergrund sollte nicht brennbar sein. Und wenn du Glasurbrände planst: Abluft ins Freie ist kein „Nice-to-have", sondern aus Sicherheitsgründen dringend empfohlen.
Ein Wort zur Sicherheit: Brennöfen sind keine Haushaltsgeräte – sie erreichen Temperaturen, bei denen Fehler ernsthafte Folgen haben können. Achte auf einen geeigneten, nicht brennbaren Aufstellort mit ausreichend Abstand zu Wänden und Decke, sorge für gute Belüftung und führe Abluft bei Glasurbränden immer ins Freie. Befolge die Anweisungen und Betriebsanleitung des Herstellers. Lass elektrische Anschlüsse ausschließlich von einem Fachbetrieb installieren. Und: Lass einen laufenden Brennofen nie unbeaufsichtigt – besonders in den ersten Bränden, bis du sein Verhalten kennst. Die Informationen in diesem Artikel sind nach bestem Gewissen zusammengetragen, können aber Fehler enthalten. Orientiere dich im Zweifelsfall immer an der Betriebsanleitung des Herstellers.
Ebenfalls wichtig bei der Auswahl deines Brennofens:
F) Garantie, Ersatzteile und Lieferzeit solltest du unbedingt einplanen. Pyrotec-Öfen haben im Handel aktuell teils Lieferzeiten von 20 Wochen und mehr, bei Kittec können es je nach Modell 16–18 Wochen sein. Das ist kein Grund zur Panik, aber ein Grund, früh zu planen. Frag beim Kauf auch gezielt nach Garantiebedingungen und ob Ersatzteile wie Heizspiralen oder Thermoelemente kurzfristig verfügbar sind.
G) Erweiterbarkeit und Zubehör lohnt sich ebenfalls zu bedenken. Manche Modelle lassen sich nachträglich mit einem Energiesparpaket (ESP), einem Abluftstutzen oder einem höherwertigen Regler aufrüsten – ideal, wenn du mit einem soliden Grundmodell startest und später nachrüsten möchtest. Brennsets mit Cordieritplatten, Stützen und Trennmittel sind ebenfalls oft optional erhältlich und sparen beim Einstieg Zeit.
H) Toplader oder Frontlader? Toplader sind in der Regel kompakter, günstiger und für kleinere Ateliers gut geeignet. Du beladest den Ofen von oben, was bei runden Formen wie Vasen oder Schalen prima funktioniert. Frontlader öffnen sich wie ein Schrank und ermöglichen ein bequemeres, rückenschonendes Arbeiten, besonders wenn du schwere Stücke einräumst oder den Ofen häufig und intensiv nutzt.
Die 5 besten Brennöfen für Töpfer in 2026
Platz 5: Kittec Classic-Line Gas CBG 160
Der einzige Gasofen in unserer Liste – und das aus gutem Grund. Gasöfen wie der Kittec Gas CBG 160 spielen ihre Stärken bei sogenannten Reduktionsbränden aus: einer Brennatmosphäre, bei der durch gezielten Sauerstoffentzug besondere Glasureffekte entstehen, die elektrisch kaum reproduzierbar sind. Mit 160 Litern Brennraum und einer Brennerleistung von 40 kW hat er reichlich Power für Hochbrandtemperaturen bis 1.320 °C. Serienmäßig ist ein CO-Warngerät dabei, ein wichtiger Sicherheitshinweis darauf, dass dieser Ofentyp besondere Anforderungen an die Belüftung stellt. Es ist ein Toplader und der Ofen ist in verschiedenen Farben erhältlich.
Für Einsteiger ist der CBG 160 eher nichts: Gasanschluss (Propan oder Erdgas), Abgasführung, mögliche Genehmigungen und das nötige Grundwissen zum Atmosphärenbrand machen ihn zu einem Gerät für Fortgeschrittene mit der richtigen Infrastruktur. Wer diese Voraussetzungen mitbringt, bekommt jedoch ein sehr vielseitiges Werkzeug. Der Preis liegt je nach Konfiguration zwischen ca. 4.500 und 7.700 Euro.
Ideal für: Erfahrene Töpfer mit eigenem Atelier oder Werkstattraum, die bereits elektrisch brennen und den nächsten künstlerischen Schritt in Richtung Reduktion und Atmosphärenbrände machen möchten. Nichts für Einsteiger oder Wohnungskeramiker – aber ein echter Gewinn für alle, die wissen, was sie damit vorhaben.
Platz 4: Pyrotec Profitherm PY 95 HD
Der Pyrotec Profitherm PY 95 HD ist die Antwort auf eine häufige Frage: „Ich will ernsthaft Steinzeug brennen, aber habe keine riesige Werkstatt – was nehme ich?" Mit 96 Litern Volumen und einer Maximaltemperatur von 1.320 °C ist er kompakt genug für ein kleines Atelier oder einen gut belüfteten Kellerraum, bietet aber echte Hochbrandkapazität. Das „HD" steht für „Heavy Duty" – der Ofen ist für intensive Nutzung bei hohen Temperaturen ausgelegt und entsprechend robust gebaut.
Pyrotec setzt bei der Isolation auf eine Kombination aus Feuerleichtsteinen und einer Hinterisolierung aus Superwool-Matten. Das sorgt für gute Wärmehaltung und schützt gleichzeitig die Ofenstruktur mechanisch. Die Pyrotec-Heizspiralen sind tief in die Steine eingebettet, was sie vor Beschädigungen beim Beladen schützt. Pyrotec gibt 36 Monate Herstellergarantie (Heizwendeln und Thermoelement ausgenommen). Der Listenpreis liegt bei ca. 3.389 Euro. Der PY 95 HD benötigt einen Starkstromanschluss und wiegt knapp 75 Kg.
Ideal für: Ambitionierte Hobby-Töpfer, die ernsthaft Steinzeug oder Porzellan brennen möchten, aber keinen großen Platz haben. Voraussetzung ist ein Starkstromanschluss. Wer kompakt starten und trotzdem auf Hochbrand nicht verzichten will, ist hier genau richtig.
Platz 3: Kittec Studio-Line CBN 200 S
Wenn du regelmäßig brennst – sei es für Kurse, für eine kleine eigene Produktion oder einfach weil dein Töpfern professioneller geworden ist – wirst du die Ergonomie eines Frontladers schnell zu schätzen wissen. Beim Kittec Studio-Line CBN 200 S öffnest du die Tür wie bei einem Schrank und lädst den Ofen bequem von vorne: kein Bücken über einen tiefen Topladerschacht, kein Verrenken beim Einräumen schwerer Stücke.
Mit 209 Litern Innenvolumen ist der CBN 200 S der größte Ofen in unserer Liste. Die dreiseitige Beheizung sorgt für eine gleichmäßigere Temperaturverteilung als bei einfach beheizten Frontladern. Der Sicherheitstürschalter trennt den Stromkreis zwangsläufig, sobald die Tür geöffnet wird. Als Basisregler kommt der Bentrup TC66 zum Einsatz, auf Wunsch auch mit WiFi. Optional lässt sich ein Energiesparpaket (ESP) nachrüsten sowie ein rückseitiger Abluftstutzen. Der Preis variiert je nach Ausstattung zwischen ca. 4.835 und 5.879 Euro.
Ideal für: Töpfer, die regelmäßig und in größeren Mengen brennen – zum Beispiel für Kurse, ein kleines Keramikstudio oder eine eigene Produktion. Wer körperlich bequem arbeiten und den Ofen langfristig mit der eigenen Praxis mitwachsen lassen möchte, trifft mit dem CBN 200 S eine sehr nachhaltige Wahl.
Platz 2: Pyrotec Profitherm PY 75 H
Für alle, die zu Hause oder im kleinen Atelier ohne Starkstrom starten möchten, ist der Pyrotec Profitherm PY 75 H unsere klare Empfehlung. Mit 77 Litern Brennraum, 230V Schuko-Anschluss und einer Maximaltemperatur von 1.200 °C bietet er echte Brennleistung – ganz ohne den Aufwand eines CEE-Starkstromanschlusses. Er gehört zur bewährten Profitherm-Serie von Pyrotec und bringt damit die gleiche solide Verarbeitung mit, die auch die größeren Modelle der Reihe auszeichnet: Feuerleichtstein-Auskleidung, Superwool-Hinterisolierung, rostfreies Edelstahlgehäuse und ein Thermoelement vom Typ S für präzise Temperaturmessung. Als Regler kommt standardmäßig der Bentrup TC66 zum Einsatz – zuverlässig, gut dokumentiert und für Einsteiger leicht zu bedienen. Je nach Ausstattung liegen die Kosten zwischen 2.339 Euro und 2.892 Euro.
Eine häufig gestellte Frage ist, warum wir hier nicht den Pyrotec Studio ST 68 H empfehlen, der ähnlich groß und ebenfalls für 230V ausgelegt ist. Dabei allerdings ca. 700 Euro weniger kostet. Die Antwort ist simpel: Der ST 68 H ist auf maximal 1.100 °C ausgelegt und damit auf Steingut und Niedrigbrand beschränkt. Der PY 75 H schafft 1.200 °C – und damit kommst du bereits in den Bereich des leichten Steinzeugs. Wer langfristig denkt und nicht nach einem Jahr schon das nächste Modell kaufen möchte, ist mit dem PY 75 H besser aufgestellt.
Ideal für: Einsteiger und Hobby-Töpfer, die zu Hause ohne Starkstrom brennen möchten und dabei nicht auf Qualität verzichten wollen. Wer mit Steingut startet, aber mittelfristig auch Steinzeug ausprobieren möchte, bekommt hier den nötigen Spielraum zum fairen Einstiegspreis.
Platz 1: Pyrotec Profitherm HS PY 138 HS
Unser Favorit für 2026 ist der Pyrotec Profitherm HS PY 138 HS – und das Besondere an ihm ist, dass er in fast keiner Disziplin schwächelt. 138 Liter Brennraum, 1.320 °C Maximaltemperatur, ein Thermoelement vom Typ S aus Platin-Rhodium für präzise und reproduzierbare Messwerte. Das klingt technisch, macht sich aber direkt in der Praxis bemerkbar: Deine Glasuren entwickeln sich so, wie du es programmiert hast – Brenngang für Brenngang.
Was den PY 138 HS besonders macht, ist sein Schwingdeckel mit Gasdruckfedern. Wer je einen schweren Ofendeckel ohne Unterstützung angehoben hat, weiß, wie angenehm dieser Unterschied ist – besonders wenn man häufig brennt oder den Ofen mit anderen teilt. Die Sicherheitsausstattung ist vorbildlich dokumentiert: Zwangstrennschalter beim Öffnen des Deckels, eine zweite Übertemperatursicherung über ein separates Sicherheitsschütz und eine kombinierte Isolierung aus Feuerleichtstein und Superwool-Matten. Pyrotec gibt 36 Monate Herstellergarantie. Der Preis liegt je nach Regler und Händler bei ca. 3.754 bis 4.279 Euro – ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis für das, was dieser Ofen bietet.
Ideal für: Alle, die einen zuverlässigen, gut ausgestatteten Allrounder suchen – vom ambitionierten Hobbykeramiker bis zur kleinen Werkstatt. Wer nicht lange überlegen möchte und einfach einen Ofen haben will, der in fast jeder Situation funktioniert, liegt mit dem PY 138 HS richtig. Starkstromanschluss wird benötigt.
Fazit
Einen „perfekten" Brennofen gibt es nicht – wohl aber den richtigen für deine Situation. Wenn du gerade erst anfängst und zu Hause ohne Starkstrom arbeitest, schau dir kleinere Modelle bis 80 Liter an. Wenn du schon weißt, dass du regelmäßig in Steinzeug oder Porzellan arbeiten möchtest, lohnt es sich, direkt in ein Gerät mit 1.320 °C und entsprechender Reserveleistung zu investieren. Und wenn du irgendwann von Reduktionsbränden träumst – der Gasofen wartet auf dich.
Plane außerdem Lieferzeiten ein: Im deutschen Fachhandel liegen diese aktuell je nach Hersteller und Modell zwischen 16 und 23 Wochen. Wer bald brennen möchte, sollte also bald bestellen.
PS: Im Jahr 2026 erhältst du auf alle Brennöfen bei uns im Haus 5% Rabatt mit dem Code WELCOME5. Einfach beim Checkout eingeben und der Rabatt wird direkt auf den Kaufpreis angewandt.
Viel Spaß beim Brennen wünscht das Formwerk-Berlin Team




