Keramik ist gemacht fürs echte Leben. Trotzdem entscheidet die Pflege darüber, ob Teller, Vasen oder Arbeitsplatten nach Jahren noch genauso prächtig aussehen wie am ersten Tag. Bei Formwerk Berlin sehen wir täglich, was funktioniert und was Glasuren langfristig matt macht.
In diesem Guide bekommst du klare Praxisregeln, schnelle Hausmittel und eine Übersicht der wichtigsten No Gos, damit deine Keramik schön bleibt und du dir Stress sparst.
Viel Spaß! Dein Formwerk Berlin Team
Für die, die wenig Zeit haben: Keramik ist ein sehr haltbares, aber nicht unsinkbares Material. Um die Schönheit deines Keramikgeschirrs, -vase oder -arbeitsplatte lange zu erhalten, genügt meist milde Pflege:
Regelmäßige Reinigung mit warmem Wasser und einem milden (pH-neutralen) Spülmittel, ein weiches Tuch und ggf. ein Schwamm reichen meist aus. Hartnäckige Flecken lassen sich mit Hausmitteln wie Natron- oder Zitronensäure-Pasten entfernen.
Vermeide aggressive Scheuermittel, grobe Schwämme oder flusssäurehaltige Reiniger – sie können Glasuren oder Oberflächen angreifen. Gut gebrannter Ton (Steinzeug/Porzellan) ist in der Regel wasserfest und spülmaschinengeeignet. Unbehandeltes Terrakotta dagegen ist porös und frostempfindlich; hier sind Abflusslöcher, Drainage und Überwinterung wichtig.
Nutze Schneidebretter und Filzunterlagen, um Kratzer zu vermeiden. Für Risse oder Abplatzer bieten sich lebensmittelechte Keramikkleber an. Im folgenden Artikel findest du ausführliche Praxis-Tipps, passende Hausmittel und empfohlene Produkte.
Allgemeine Pflegehinweise für Keramik
Keramik (wie Geschirr, Schalen, Böden oder Arbeitsplatten) ist hygienesicher und meist porenfrei – Schmutz lagert sich kaum ein. Dennoch solltest du deinen Keramikstücken gegenüber sorgsam sein: Starke Stöße und Kratzer können Glasuren beschädigen oder Risse verursachen. Staple Geschirr nur vorsichtig und lege Filz- oder Stoffzwischenlagen dazwischen, um Kratzer zu vermeiden.
Temperaturschutz: Vermeide große Temperaturwechsel. Lass warmes Geschirr abkühlen, bevor du es in kaltes Wasser tauchst. Extrem heiße Töpfe nie ohne Untersetzer auf ungeschützte Keramikoberflächen stellen – punktuelle Hitze kann Spannungsrisse erzeugen.
Kratzschutz: Verwende immer Schneidbretter für Lebensmittel, denn Keramik ist zwar abriebfest, aber kann Messer stumpf machen. Nutze Untersetzer oder Topflappen unter heißen Töpfen und Geschirr.
Tägliche Reinigung: Wische Keramik-Oberflächen mit warmem Wasser ab und verwende bei Bedarf etwas mildes, pH-neutrales Spülmittel. Trockne anschließend mit einem weichen Tuch nach. Dies gilt für Küchenarbeitsplatten genauso wie für Geschirr oder Badezimmerkeramik. Für Küchen- oder Glasreiniger (ohne Scheuerstoffe) findest du gute Ergebnisse bei fettigen Verschmutzungen. Anschließend immer mit klarem Wasser nachspülen und trockenreiben.
Tipp (Formwerk Berlin): Unsere hochgebrannten Steinzeug-Keramiken sind wasser- und ölabweisend. Daher genügen milde Reiniger (Spüli, Glasreiniger) und ein weiches Tuch.
Grundregeln: Verwende niemals Stahlwolle oder starke Scheuermittel – sie verursachen Mikrorisse in der Glasur. Vermeide chlor- oder fluorhaltige Reiniger sowie stark basische (pH>8) Mittel. Entferne Flecken sofort, um Einbrennen zu verhindern.
Reinigung: Flecken sanft entfernen
Je frischer der Fleck, desto leichter die Entfernung: Wische verschüttete Flüssigkeiten (Kaffee, Wein) gleich mit einem feuchten Tuch weg. Für eingetrocknete oder hartnäckige Flecken helfen Hausmittel und geeignete Reiniger. Wir haben eine Übersicht mit typischen Flecken und Maßnahmen erstellt:
Alle behandelten Stellen stets gut mit klarem Wasser nachwischen und trockenreiben. Teste neue Reiniger zunächst an einer unauffälligen Stelle. Bei Steinzeug oder Porzellan genügen meist milde Haushaltsmittel; nur bei wirklicher Schwerstverschmutzung sind stärkere Produkte nötig.
Für hartnäckige Flecken auf deinen Keramiktellern ziehst du idealerweise Handschuhe an. Zuerst Schmutz mechanisch entfernen (z.B. Holz- oder Kunststoffspachtel), dann mit Hausmittel oder Reiniger behandeln. Arbeite sanft in kreisenden Bewegungen, spüle großzügig ab und trockne mit einem fusselfreien Tuch.
Spezieller Materialvergleich: Glasiert, Unglasiert, Steinzeug, Porzellan, Terrakotta
Quelle: Herstellerhinweise und Praxisempfehlungen
Diese Tabelle zeigt typische Merkmale: Hochgebrannte Keramiken (Steinzeug, Porzellan) sind sehr robust und meist spülmaschinen- und mikrowellenfest. Leichtbrenner wie unbehandeltes Terrakotta sind saugfähig und bedürfen besonderer Vorsicht (Frostschutz, Imprägnierung evtl. erforderlich). In allen Fällen gilt: sanfte Reinigung, schnell trocknen und Schutz vor Kratzern.
Trocknung, Lagerung und Frostschutz
Nach der Reinigung immer gut trocknen: Lass Keramik an der Luft abtrocknen oder wische sie mit einem weichen Tuch trocken. Vermeide Staunässe in schlecht belüfteten Schränken, da Kondensfeuchte Schimmel begünstigen kann.
Tipp: Stelle Terrakotta-Pflanzkübel im Winter trocken und frostfrei. Terrakotta mit hohem Brennwert (frostfest bei ~1050–1100°C) kann Frost überstehen, denn sie ist sehr dicht gebrannt. Bei niedrig gebrannter Irdenware (klassische Terrakotta) empfehlen Experten Drainage: Abflusslöcher und eine Schicht Kies oder Tonscherben unten im Topf verhindern, dass sich Wasser staut und beim Frosteinbruch das Gefäß platzt.
Lagerung: Staple Geschirr nur mit Schutz (Frottee- oder Filztrennlagen). Vermeide direkten Kontakt von Keramik an Keramik. Große Platten oder Skulpturen sollten stehend lagern (wie Teller im Schrank) und niemals auf harten Unterlagen fallen. Mindestens für saisonale Lagerung: Trocken und frostfrei einlagern!
Reparatur von Keramik: Risse und Absplitterungen
Auch Scherben lassen sich oft retten. Für gebrochene Teller, Tassen oder Dekostücke gibt es lebensmittelechte Reparaturkleber. Vorgehen:
- Scherben sammeln & reinigen: Spüle und trockne alle Bruchstücke gründlich. Sortiere sie, bevor du klebst.
- Klebstoff wählen: Für Geschirr empfiehlt sich lebensmittelechter Epoxid- oder Sekundenkleber (spülmaschinen- und mikrowellenfest). Für größere Abplatzer (z.B. Spüle/Waschbecken) nutzt man Spachtelmörtel oder Spezialpaste. Wichtig: Bei Geschirr, das mit Lebensmitteln in Kontakt kommt oder in die Spülmaschine soll, musst du explizit als ‚lebensmittelecht‘ zertifizierte Spezialkleber verwenden. Im Zweifel reparierte Stücke nur noch als Deko nutzen.
- Teile verkleben: Trage Kleber dünn auf beide Seiten auf (je nach Produkt ein- oder beidseitig). Füge die Bruchstücke vorsichtig zusammen und halte sie in Position. Fixiere sie notfalls mit Kreppband oder Gummiband, bis der Kleber anzieht.
- Überschuss entfernen: Nach dem Trocknen entfernst du überschüssigen Kleber mit einem scharfen Messer und feilst/schmirgelst die Naht glatt. Anschließend die geklebte Stelle reinigen.
- Nachbehandlung: Falls nötig, kann man mit spezialisierter Glasurfarbe nachbessern oder Unsichtbarmachen überspachteln.
Sicherheit: Bei Reparaturen Handschuhe tragen (zerbrochene Kanten!), Kleber gemäß Hersteller-Hinweisen verwenden. Lasse reparierte Trink- oder Essgeschirre mehrere Tage aushärten und teste sie vor Gebrauch.
Hausmittel vs. Profi-Reiniger
Für den Alltag sind Hausmittel oft ausreichend – und umweltfreundlich. Natron (Backpulver) entfernt Flecken sanft. Essig/Zitronensäure lösen Kalk. Spüli löst Fett. Kombinationen (z.B. Natron und Essig) können mächtig sprudeln und Schmutz lösen. Diese Mittel sind ungiftig und günstig.
Speziell hartnäckige Probleme lösen Profi-Produkte: z.B. Glasreiniger mit Alkohol (gegen Fett/Anlaufen), Kalkentferner oder Schmierfilmbeseitiger (antistat.), Metallentferner für Rost. Achte auf Umwelt-Labels und gute Dosierung – oft genügt wenig. Unser Shopempfehlung: milde Keramikreiniger ohne Ammoniak oder starke Chlorzusätze
Umweltaspekt: Viele Hausmittel sind biologisch abbaubar. Vermeide Lösemittel wie Aceton oder hochkonzentrierte Säuren, wenn möglich. Wenn du sie einsetzt (beispielsweise Essigreiniger bei hartnäckigem Kalk), spüle sofort mit reichlich Wasser nach. So schonst du dich und die Umwelt.
Formwerk Berlin: Praxistipps
Als Gründer eines jungen Töpferbedarfs empfehle ich dir: Investiere in gute Utensilien (weiche Schwämme, Mikrofasertücher, einen Ceranfeldschaber). Bei uns in Formwerk Berlin verwenden wir vor allem Schmutzradierer (Melamin) für blinde Flecken und spezielle Küchenreiniger mit Soda für den täglichen Gebrauch. Unsere Keramikwaren (Steinzeugplatten, Teller, Tassen) sind spülmaschinenfest, aber wir empfehlen Handwäsche für besonders edle Stücke.
Wichtig: Jedes Keramikteil ist ein Unikat – wir beraten Kunden stets individuell. Hast du Fragen zu deinem speziellen Objekt, frag uns gerne – wir kennen die Höchsttemperaturen und Glasuren unserer Produkte genau.
Viel Spaß mit deiner Keramik und lass dich von ein paar Rissen oder Flecken nicht entmutigen. Ein bisschen Patina gehört dazu 🥰
Dein Formwerk Berlin Team
FAQ (häufige Fragen zu Keramikpflege)
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Wie entferne ich hartnäckige Flecken aus meiner Keramik?
Nutze einfache Hausmittel: Eine Paste aus Natron und Wasser hilft gegen Tee-/Kaffeeflecken. Bei Kalk oder Flecken das Einwirkenlassen von verdünntem Essig (Essigreiniger) tut oft Wunder. Für Metall-Abrieb eignet sich ein Glaskeramikreiniger. Anschließend immer gut abspülen und abtrocknen.
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Ist Keramik spülmaschinenfest und für die Mikrowelle geeignet?
Hoch gebrannte Keramik (Steinzeug, Porzellan) ist wasserundurchlässig und oft spülmaschinen- sowie mikrowellenfest. Dennoch empfehlen wir empfindliche handgemachte Stücke eher per Hand mit lauwarmem Wasser zu waschen. Unglasiertes Terrakotta oder Dekorkeramik kann Wasser aufnehmen – solche Stücke besser nicht in Spüler/Mikro geben.
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Brauche ich eine Versiegelung (Imprägnierung) für meine Keramik?
Nein, handelsübliche Keramik (insbesondere Steinzeug/Porzellan) ist aufgrund hoher Brenntemperatur bereits wasserdicht. Glasierte Oberflächen sind ohnehin versiegelt. Unglasierte Tonware (z.B. Terrakotta-Blumentöpfe) kann bei Bedarf mit speziellen Terrakotta-Siegeln behandelt werden, muss aber nicht täglich nachbehandelt werden. Generell gilt: Glasiertes Geschirr braucht keine zusätzliche Beschichtung.
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Wie schütze ich meine Keramik vor Frost im Winter?
Sorge dafür, dass keine Feuchtigkeit in Gefäßen steht: Bei Terrakotta-Pflanzkübeln ablagern (kein Wasser im Topf), Abflusslöcher freihalten, Drainagematerial verwenden. Frostfeste Keramik (hochgebrannt) kann Draußen bleiben, normale offene Tonware lagerst du besser frostfrei ein.
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Was tun bei kleinen Kratzern oder matte Glasurstellen?
Oft hilft ein milder Glas- oder Politurreiniger. Bei feinen Kratzern kann Manchmal ein Glaskeramik-Schmiergelstreifen (Melamin-Gummi) leicht Glanz wiederherstellen. Zur Vorbeugung: Filz zwischen gestapelten Tellern und weiche Tücher schützen Glasur.
