töpferkurs anfänger

Welche Tipps gibt es für Anfänger, um Töpfern zu lernen?

Du möchtest in die Welt des Töpferns eintauchen? In diesem Blogbeitrag findest du zahlreiche Tipps, wie du als kompletter Anfänger oder komplette Anfängerin mit dem Töpfern starten kannst. Wir von Formwerk Berlin begleiten dich Schritt für Schritt. Vom richtigen Ton über Grundtechniken bis zu häufigen Anfängerfehlern: Hier erfährst du alles Wichtige, um voller Vertrauen und Freude mit dem Töpfern zu beginnen.


 

Motivation: Warum Töpfern ein wunderbares Hobby ist

Töpfern erfordert Geduld und Kreativität, belohnt dich aber mit einzigartigen Ergebnissen.

Töpfern ist längst kein angestaubtes Hobby mehr – im Gegenteil! Tonarbeit erleben viele Menschen als kreativen Ausgleich zum digitalen Alltag. Beim Formen des Tons kannst du wunderbar abschalten, Stress abbauen und im Hier und Jetzt sein. Deine Hände sind beschäftigt und der Kopf wird frei, denn Ton ist ein Material, das dich zwingt, ganz im Moment zu sein – für viele hat das Töpfern eine fast meditative Wirkung.

Gleichzeitig lässt du deiner Kreativität freien Lauf und am Ende hältst du sogar ein handgemachtes Unikat in den Händen. Dieses direkte, haptische Erlebnis erdet ungemein: Du spürst den weichen Ton zwischen den Fingern und siehst, wie aus einem Klumpen Schritt für Schritt etwas Schönes entsteht.

Darüber hinaus ist Töpfern auch praktisch, denn mit jedem Projekt erschaffst du einen nützlichen Alltagsgegenstand – ob Schale, Tasse oder Vase. Kurz gesagt: Töpfern entschleunigt, inspiriert und schenkt dir langlebige, persönliche Lieblingsstücke.

Erste Schritte: Wie fängt man an?

Aller Anfang muss nicht schwer sein – wichtig ist nur, einfach loszulegen. Wir bei Formwerk Berlin empfehlen meist, dass du dir zu Beginn einfache Projekte vornimmst und dich nicht unter Druck setzt.

Eine kleine Schale oder ein einfacher Becher sind z.B. ideale erste Werke. So sammelst du schnell Erfolgserlebnisse und entwickelst ein Gefühl für den Ton.

Welche Möglichkeiten gibt es für den Einstieg?

Möglichkeit 1: Einen Töpferkurs besuchen. Gerade für dein erstes Projekt bietet sich ein Anfängerkurs an. In einem Kurs hast du den großen Vorteil, dass alles Nötige bereits vorhanden ist: Ton, Werkzeuge, Töpferscheiben, Glasuren und sogar der Brennofen. Du kannst verschiedene Tonarten ausprobieren, mit Werkzeugen experimentieren und bekommst wertvolle Tipps von Profis – all das schafft Vertrauen in die eigene Fähigkeit.

Ein weiterer Pluspunkt: Das gemeinschaftliche Erlebnis macht Spaß und motiviert ungemein.  Unsere Erfahrung bei Formwerk Berlin zeigt, dass Anfänger:innen in Kursen oft schneller Fortschritte machen, weil sie sich viel von Lehrenden und anderen Teilnehmern abschauen können. Trau dich also ruhig, einen Schnupperkurs zu buchen, falls es in deiner Nähe die Möglichkeit gibt.


Möglichkeit 2: Selbst zu Hause loslegen.
Du kannst das Töpfern natürlich auch auf eigene Faust zu Hause ausprobieren. Wichtig ist hier, ein wenig Vorbereitung zu treffen: Richte dir einen Arbeitsplatz ein, der schmutzig werden darf (z.B. Keller, Garage oder ein Tisch mit abwischbarer Unterlage). Tonarbeiten machen Staub und Kleckerei – schütze also Böden und Umgebung und trage besser ältere Kleidung. Stelle dir ein einfaches Regal auf, wo deine Stücke in Ruhe trocknen können.

Für den Anfang brauchst du nicht viel (siehe Werkzeug-Tipps weiter unten). Wähle am besten eine handaufbau-Technik ohne Drehscheibe für deine ersten Versuche – z.B. eine kleine Daumenschale oder das Aufbauen mit Tonwülsten. Diese Methoden gelingen auch ohne große Ausrüstung und sind ideal, um ein Gefühl für den Ton zu entwickeln. Falls du später Gefallen am Hobby findest, kannst du immer noch eine Töpferscheibe anschaffen oder einen entsprechenden Kurs besuchen.

Unser Tipp: Habe ein wenig Geduld mit dir selbst. Aller Anfang ist Übungssache – erwarte nicht, dass dein erstes Stück perfekt wird. Erlaube dir Fehler und lerne daraus. Wir bei Formwerk Berlin sagen immer: Töpfern lernt man durch Machen – mit jedem Stück wirst du sicherer und deine Technik verbessert sich.

Wenn du Inspiration suchst, was du als Einsteiger töpfern kannst, emfpehlen wir einen Blick auf den folgenden Fachartikel: Ideen zum Töpfern: Diese Keramikstücke kannst du selber machen.

Die richtige Tonart für Anfänger finden

Die Wahl des Tons hat großen Einfluss darauf, wie leicht dir das Töpfern am Anfang fällt. Grundsätzlich gibt es drei Haupt-Tonarten in der Keramik: Steingut, Steinzeug und Porzellan.

steinzeugton
Steinzeugton (W2510 - standard weiß) vom Hersteller Sibelco nach Brenntemperatur

Für Einsteiger ist es wichtig zu wissen, dass sich diese Tone unterschiedlich verhalten: Sie werden bei verschiedenen Temperaturen gebrannt und fühlen sich unterschiedlich an. Porzellan-Ton zum Beispiel ist sehr fein und neigt dazu, beim Formen „schlapp“ zu machen – er trocknet auch schneller aus. Deshalb gilt allgemein: Porzellan ist für Anfänger:innen schwieriger zu handhaben als Steingut oder Steinzeug. Als Einsteiger empfiehlt es sich, stattdessen auf einen Steingut- oder Steinzeugton zurückzugreifen. Diese Tone sind robuster und verzeihen kleine Fehler eher.

Zudem raten wir bei Formwerk Berlin zu einem Ton mit etwas Schamott (auch Grog genannt). Schamott ist bereits gebrannter und gemahlener Ton, der der Tonmasse beigemischt wird. Warum? Er macht den Ton fester, leichter formbar und hilft dabei, dass deine Werke beim Trocknen weniger reißen. Besonders für handaufgebaute Stücke (also ohne Drehscheibe) ist eine feine Schamottierung ideal, da sie Stabilität gibt, ohne dass der Ton zu grobkörnig wird. Im Klartext: Ein leichter chamottierter Ton – zum Beispiel ein hellbrennender Steinzeugton mit feiner Schamotte – ist perfekt für den Anfang. Damit lassen sich Schalen, Becher oder kleine Vasen gut formen und er verzeiht auch mal ungleichmäßige Wandstärken eher, ohne gleich zu reißen.

Sibelco WMS 2502 – Steinzeugton mit SpotsSibelco WMS 2502 – Steinzeugton mit Spots ist beispielsweise mit Schamott vermengt

Wie sieht es mit lufttrocknendem Ton aus? Das ist eine spezielle Ton-ähnliche Modelliermasse, die bei Zimmertemperatur aushärtet und keinen Brennofen benötigt. Lufttrocknender Ton kann für erste kreative Versuche zu Hause eine tolle Option sein – vor allem, wenn du noch keinen Zugang zu einem Ofen hast. Er lässt sich ähnlich wie echter Ton verarbeiten und wird in 2–4 Tagen an der Luft fest.

Aber Achtung: Solche Massen sind nicht wasserdicht und nicht lebensmittelecht. Du kannst also damit keine Geschirrstücke herstellen, die du für Speisen oder Flüssigkeiten nutzt. Für Deko-Objekte (wie Figuren, Anhänger, Trockenblumen-Vasen etc.) ist lufttrocknender Ton hingegen wunderbar geeignet. Er ermöglicht es dir, erstmal auszuprobieren, ob dir das Töpfern Spaß macht, ohne direkt in Ausstattung und Ofen investieren zu müssen. Wenn du später doch funktionale Keramik (z.B. Tassen oder Teller) machen willst, kannst du immer noch auf richtigen Brennton umsteigen.

Zusammengefasst: Wir bei Formwerk Berlin empfehlen Anfängern einen leicht schamottierten Steingut- oder Steinzeugton für die ersten Schritte. Lufttrocknender Ton ist eine gute Spielwiese zum Experimentieren, hat aber seine Grenzen. Von Porzellan solltest du dich erstmal fernhalten – das kannst du dir für später aufheben, wenn du etwas Übung hast 😉.

Grundtechniken: Daumenschale, Wulsttechnik & Plattentechnik

Töpfern ist ein uraltes Handwerk mit vielen Techniken. Doch keine Sorge – du musst nicht alle auf einmal lernen. Für den Anfang gibt es drei klassische Grundtechniken, mit denen du schon eine Menge machen kannst:

  • Daumenschale (Daumendruck-Technik): Diese Technik ist perfekt für Einsteiger und wohl die einfachste Art, eine kleine Schale zu formen. Du startest mit einer kleinen Kugel Ton, drückst deinen Daumen in die Mitte und formst durch Drehbewegungen und Drücken die Wände gleichmäßig hoch. So entsteht schnell ein einfaches Schälchen – ideal als Übung, weil du direkt ein Gefühl für die Materialstärke bekommst. Die Daumenschale erfordert keine Hilfsmittel außer deinen Händen. Unser Tipp: Achte darauf, dass der Schalenboden nicht zu dünn wird und die Wandstärke überall ungefähr gleich ist.

  • Wulsttechnik (Aufbau mit Tonwürsten): Diese Methode eignet sich, um größere oder höhere Gefäße per Hand aufzubauen – zum Beispiel Becher, Vasen oder Übertöpfe. Dabei rollst du aus deinem Ton lange Würste (auch Wülste genannt) und legst sie in Spiralform aufeinander. Jede Schicht wird mit der darunterliegenden verbunden, indem du die Übergänge (Nähte) verreibst oder verstreifst (Fachbegriff: Verschlicken der Nähte). So bauen sich die Gefäßwände Stück für Stück auf. Wichtig ist, zwischendurch immer wieder zu prüfen, ob die Wand gleichmäßig dick ist, und gegebenenfalls mit den Fingern oder einem Modellierholz die Form zu korrigieren. Mit der Wulsttechnik kannst du sehr frei in die Höhe und Breite arbeiten – sie ist grundsolide und war schon in der Antike verbreitet.

  • Plattentechnik (Aufbau mit Tonplatten): Hier arbeitest du mit flachen Tonplatten, fast so, als würdest du mit Plätzchenteig hantieren. Du rollst den Ton mit einem Nudelholz oder einer Teigrolle auf die gewünschte Dicke aus und schneidest dann Platten in der benötigten Form zurecht. Aus diesen Tonplatten lassen sich zum Beispiel Dosen, Kästchen, Teller oder kantige Gefäße bauen, indem du die Platten an den Kanten miteinander verbindest (dazu die Kontaktstellen immer anrauen und mit Schlicker – also Ton-Wasser-Gemisch – bestreichen, damit sie gut haften). Die Plattentechnik erfordert etwas Planung, weil du im Voraus Maß nehmen und zuschneiden musst, aber sie ermöglicht sehr saubere, gerade Formen. Ein Tipp: Um überall die gleiche Plattendicke zu bekommen, kannst du zwei Holzleisten als Abstandshalter nehmen, zwischen denen du den Ton ausrollst.

Diese drei Handaufbau-Techniken genügen, um schon erstaunlich vielseitige Werke zu schaffen. Ob Schale, Vase, Becher oder Dose – vieles lässt sich mit Daumenschale, Wülsten und Platten herstellen.

Übrigens: Eine weitere Möglichkeit ist das Freihandmodellieren, wo du ohne feste Technik einfach drauflos formst (z.B. kleine Figuren oder Dekoelemente). Hier sind deiner Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Was ist mit der Töpferscheibe? Das Drehen an der Scheibe ist natürlich die Königsdisziplin, um runde Gefäße wie Tassen oder Schüsseln präzise herzustellen. Allerdings erfordert es etwas Übung, den Ton zu zentrieren und in Form zu ziehen. Für absolute Anfänger empfehlen wir, erstmal mit den oben genannten Handtechniken zu starten. Die Scheibe kannst du immer noch ausprobieren, wenn du ein Gefühl für den Ton entwickelt hast – zum Beispiel in einem Einsteiger-Drehkurs.

Unser Formwerk "Atelier-Zuhause Set" für Einsteiger mit einer HSL Töpferscheibe

Die Anschaffung einer eigenen Scheibe ist teuer und platzraubend; probiere das Scheibentöpfern daher lieber erst im Kurs aus, wo dir jemand zeigt, wie es geht. Viele unserer Kursteilnehmer bei Formwerk Berlin waren überrascht, wie viel sich schon ohne Scheibe zaubern lässt – und haben dann mit solider Grundlage später erfolgreich den Schritt an die Drehscheibe gewagt.

Werkzeuge: Was du zum Start wirklich brauchst

Man könnte meinen, man bräuchte riesige Maschinen und ein ganzes Arsenal an Werkzeugen, um zu töpfern – dem ist nicht so! Für den Anfang reicht tatsächlich ein kleines Starter-Set an Handwerkzeugen völlig aus. Folgendes Basis-Werkzeug empfehlen wir bei Formwerk Berlin jedem Anfänger:

  • Schneidedraht: Ein Draht (oft mit zwei Griffen), mit dem du Tonblöcke sauber abschneiden kannst. Auch praktisch, um fertige Stücke von der Arbeitsplatte oder Drehscheibe abzulösen.

  • Holz- oder Modellierwerkzeuge: Verschiedene Spatel, Messerchen oder Modellierhölzer aus Holz oder Metall, mit denen du den Ton formen, Schnitte machen oder Details herausarbeiten kannst.
  • Schlingenwerkzeug: Ein Werkzeug mit einer Metallschlinge, mit dem du überschüssigen Ton abtragen oder Hohlräume aushöhlen kannst. Besonders nützlich, um Gefäßen eine gleichmäßige Wandstärke zu geben (z.B. bei der Daumenschale den Rand abtragen, falls zu dick).

  • Nadelwerkzeug: Eine Art langer Metallstift oder Nadel an einem Griff. Damit kannst du Luftblasen aufstechen, den Mittelpunkt markieren, Löcher bohren oder feine Details einritzen. Außerdem nutzen viele es, um die Wandstärke zu testen (Stichprobe).

  • Schwamm: Ein ganz normaler Schwamm (am besten feinporig) zum Glätten der Oberfläche und Regulieren der Feuchtigkeit. Mit einem angefeuchteten Schwamm lassen sich Unebenheiten ausstreichen, Kanten anfeuchten oder abrunden.


 

Mit diesen fünf Helfern kommst du schon sehr weit. Zusätzlich hilfreich sind Dinge wie ein Nudelholz (zum Ton ausrollen für Platten), ein kleines Messer oder eine Töpferscheibe (wenn du weiter fortgeschritten bist). Aber all das ist zunächst kein Muss. In unseren Kursen bei Formwerk Berlin stellen wir den Teilnehmern auch genau diese Grundausrüstung zur Verfügung und zeigen, wie man sie richtig einsetzt.

Falls du dir ein Starter-Kit zulegen möchtest, findest du im Formwerk-Onlineshop passende Sets, die genau diese Basics enthalten. Wichtig ist: Du brauchst nicht gleich alles kaufen – viele Alltagsgegenstände können zweckentfremdet werden (ein Küchenmesser tut es fürs Erste auch, und zum Ausrollen geht jede glatte Flasche). 

Zu Hause töpfern oder im Kurs? Vor- und Nachteile

Beides hat Vorteile — je nachdem, wie du am liebsten lernst.

Kurs:
Du bekommst Anleitung, vermeidest typische Fehler und kannst verschiedene Tonarten und Werkzeuge ausprobieren, ohne gleich alles kaufen zu müssen. Die kreative Gemeinschaft motiviert zusätzlich. Einziger Nachteil: feste Termine und Kursgebühren.

Zu Hause:
Maximale Flexibilität und geringere Kosten. Du kannst jederzeit üben und in deinem Tempo vorankommen. Allerdings brauchst du etwas Platz, musst Material selbst besorgen und Fehler öfter allein herausfinden. Für funktionale Keramik brauchst du außerdem Zugang zu einem Brennofen.

Unser Fazit bei Formwerk Berlin: Wenn möglich, kombiniere beide Wege! Mach vielleicht einen kurzen Einsteigerkurs, um die Basics zu lernen und dich inspirieren zu lassen – und übe dann zu Hause weiter.

Viele unserer Kund*innen besuchen z.B. einen Wochenend-Workshop und mieten sich anschließend bei uns im offenen Werkstattangebot ein, um eigenständig an Projekten zu arbeiten. So profitierst du von beidem: der Expertise im Kurs und der Freiheit zu Hause.
 

Tipps zu Trocknen, Brennen und Bemalen

Sind Form und Verzierung deines Werkstücks fertig, heißt es erstmal: trocknen lassen! Frischer Ton enthält viel Wasser, das langsam verdunsten muss. Trockne dein Stück gleichmäßig an der Luft, am besten bei Zimmertemperatur – nicht auf der Heizung oder in der Sonne, damit keine Risse entstehen. Dicke Teile kannst du locker abdecken, damit sie langsamer trocknen. Eine Gipsplatte oder ein Holzbrett hilft dabei, Feuchtigkeit gut abzuleiten. Je nach Größe dauert das Trocknen einige Tage bis etwa eine Woche. Fühlt sich der Ton noch kühl an, ist Feuchtigkeit im Inneren – dann bitte weiter warten.

Bei lufttrocknendem Ton ist nach dem Aushärten Schluss: Du kannst das Stück einfach bemalen oder lackieren. Für Geschirr und wasserfeste Stücke ist jedoch Keramikton nötig und ein Brennofen.

Keramik wird zweimal gebrannt:
➜ Schrühbrand bei ca. 900 °C: der Ton wird stabil
➜ Glasurbrand bei 1050–1250 °C: die Glasur verschmilzt zu einer glatten, dichten Oberfläche

Für den gesamten Prozess solltest du 1–2 Wochen Zeit einplanen – Geduld lohnt sich!

Bemalen & Glasieren:
Lufttrocknenden Ton kannst du mit Acrylfarben bemalen und mit Klarlack schützen – er bleibt aber nicht wasserdicht oder lebensmittelecht. Bei gebranntem Ton kannst du glasieren: Farbe auftragen, trocknen lassen und erneut brennen. Keine Sorge, die Glasur sieht vor dem Brand oft anders aus – die Magie passiert im Ofen ✨

Unsere Erfahrung bei Formwerk Berlin: Schon der erste Glasurbrand sorgt für strahlende Augen – jedes Stück ist ein einzigartiges Unikat!


Typische Anfängerfehler und wie du sie vermeidest

Niemand fällt als Meister vom Himmel – Fehler gehören beim Töpfern dazu und sind eigentlich etwas Gutes, weil du daraus lernst. Dennoch musst du nicht jeden Anfängerfehler selbst machen. Hier sind einige typische Stolperfallen beim Töpfern und wie du sie umgehen kannst:

  • Ton nicht vorbereitet: Springe nicht direkt ins Modellieren, sondern knete deinen Ton immer gut durch, bevor du beginnst. Durch kräftiges Kneten (auch Wedeln genannt) entfernst du Luftblasen aus dem Ton und machst ihn homogener. Luftblasen im Ton können später beim Brennen zu unschönen Rissen oder sogar Explosionen führen – also lieber ein paar Minuten investieren, bis der Ton schön geschmeidig ist.

  • Zu trocken oder zu nass arbeiten: Halte den Ton während der Arbeit stets geschmeidig feucht, aber auch nicht tropfnass. Ein häufiger Fehler ist, entweder gar kein Wasser zu verwenden (dann reißt der Ton beim Formen) oder viel zu viel Wasser draufzukippen (dann wird er matschig und instabil). Sprühe oder betupfe den Ton gelegentlich mit etwas Wasser, damit er nicht austrocknet. Fühlt er sich schmierig an, gib ihm kurz Zeit zum Antrocknen. Dieses Gefühl für die richtige Tonkonsistenz kommt mit der Übung.

  • Unregelmäßige Wandstärken: Achte darauf, Wände und Böden gleichmäßig dick zu formen. Sehr dünne Stellen sind bruchgefährdet, während extrem dicke Teile länger trocknen und Spannungen aufbauen. Versuche also, keine extremen Unterschiede in der Materialstärke zu haben. Bei größeren Stücken kannst du z.B. den Boden etwas dicker lassen als die Wände, aber insgesamt sollte es harmonisch sein. Verwende ein Nadelwerkzeug, um ab und zu die Dicke zu prüfen (einfach einstechen bis kurz vor Durchbruch, dann außen ablesen).

  • Teile nicht richtig verbunden: Wenn du Henkel, Verzierungen oder Teile ansetzt, raue beide Kontaktflächen auf und benutze Schlicker (Ton-Schlamm) als Kleber. Anfänger drücken Teile oft einfach an, ohne vorzubereiten – das führt dazu, dass Griffe oder Deko beim Trocknen oder Brennen wieder abfallen. Nimm dir also die Zeit, mit der Nadel oder einem Messer kreuzschraffende Kratzer in beide Seiten zu ziehen und feuchten Schlicker aufzutragen, bevor du sie festfügst.

  • Zu schnelles Trocknen: Wie oben erwähnt, ist Eile beim Trocknen dein Feind. Ein häufiger Anfängerfehler ist, das frisch getöpferte Stück auf die Heizung zu stellen oder mit dem Föhn nachhelfen zu wollen. Dadurch trocknet es zu schnell und ungleichmäßig – und Risse sind vorprogrammiert. Lass deine Werke lieber langsam an der Luft trocknen und lege höchstens ein Tuch drüber, wenn du Rissbildung vorbeugen willst. Drehe das Stück gelegentlich, damit alle Seiten Luft bekommen. Geduld zahlt sich hier wirklich aus.

  • Ungeduld beim Brennen: Ebenso wichtig ist es, beim Brennen nichts zu überstürzen. Gib deinem Stück genügend Zeit im Schrühbrand und halte dich an die Brennkurven (langsame Aufheiz- und Abkühlphasen), falls du selbst brennst. Öffne den Ofen niemals, solange er noch heiß ist – der Temperaturschock könnte die Keramik zerspringen lassen. Wenn du bei einer Werkstatt brennen lässt, vertraue darauf, dass sie wissen was sie tun. Und falls doch mal ein Stück im Ofen kaputtgeht, tröste dich: Das passiert sogar Profis gelegentlich.

  • Glasurfehler: Beim Glasieren sind die häufigsten Fehler, dass die Stücke nicht sauber sind (Fett oder Staub -> Glasur hält nicht) oder dass man zu dick bzw. zu dünn glasiert. Im Zweifel lieber zwei dünne Glasurschichten auftragen als eine zu dicke. Achte auch darauf, den Boden glasurfrei zu lassen, sonst klebt dein Stück im Ofen am Brennplatte fest! Etwas Abstand vom Rand halten oder Wachs auf den Fußbereich auftragen hilft. Und wie gesagt: Nicht wundern, wenn die Farbe im Rohzustand anders aussieht – das Endergebnis zeigt sich erst nach dem Brand.

Keine Sorge, falls dir einer dieser Fehler passiert – das ist normal! Wichtig ist, dass du daraus lernst und es beim nächsten Mal anders machst. Jeder missglückte Versuch bringt dich in Wahrheit ein Stück weiter auf deinem Weg zum Töpfern. Wir bei Formwerk Berlin ermutigen unsere Workshop-Teilnehmer immer: Hab Spaß am Prozess und sehe Fehler als Experiment. Oft entstehen dabei sogar unerwartete Effekte, die deinen Stücken Charakter verleihen. Also: lieber machen, ausprobieren und nicht zu perfektionistisch sein!

Fazit: Dranbleiben und Freude am Töpfern

Du siehst, Töpfern lernen ist eine Reise, die mit dem ersten Schritt – oder besser gesagt dem ersten Klumpen Ton – beginnt. 💚 Lass dich nicht von vermeintlichen Hürden abschrecken. Jede*r kann töpfern lernen, wenn man bereit ist zu üben und sich auf das Abenteuer einzulassen. Wichtig sind Neugier und Spaß an der Sache. Genieße das entschleunigende Arbeiten mit den Händen und feiere deine Fortschritte – sei es die erste selbstgeformte Schale oder ein Becher, der vielleicht ein bisschen schief, aber mit viel Liebe gemacht ist.

Wir von Formwerk Berlin hoffen, dass dir diese Tipps den Einstieg erleichtern. In unserer Community stehen wir dir gern mit Rat und Tat zur Seite – ob in unseren Kursen, beim Austausch in sozialen Medien oder vor Ort in unserem Töpfer-Shop in Berlin. 

 

Bleib dran und hab vor allem Freude am Experimentieren! Mit jedem Stück wirst du sicherer, und wer weiß – vielleicht entsteht aus den ersten einfachen Versuchen schon bald deine ganz persönliche Keramik-Kollektion. Wir bei Formwerk Berlin sind gespannt auf deine Werke und wünschen dir viel Erfolg und Spaß auf deiner Töpferreise.

Happy Töpfering! 👐🏼👩🏻🎨

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